Hoffnung auf kleine Wunder

Gegen Mittag setzten Höhenretter Spürhunde ein. Die Tiere bellten an einer Stelle, wo früher der Hausflur lag – dort könnte sich noch eine Hohlkammer gebildet haben. Dass bis dahin niemand lebend gefunden wurde, dämpfte die Erwartungen, doch jede entdeckte Tasche, jede Schuhsohle machte klar: Hier fehlt jemand, den man nicht kampflos aufgeben will.
Währenddessen schnitt das THW mit schwerem Gerät eine Schneise durch die Trümmer, um Mini-Kameras einzuführen. Die Suchenden richteten Flutlicht auf das Areal, damit sie auch nach Einbruch der Dunkelheit nicht aufhören müssen zu graben. Drei Menschen gelten weiterhin als vermisst.
Warum genau hier? Die Spur führt zu einem Leck

Am Nachmittag bestätigte die Polizei den schlimmsten Verdacht: Ein defektes Gasrohr hatte unbemerkt große Mengen Methan freigesetzt. Der kleinste Funke reichte – das Unglück nahm seinen Lauf. Betroffen ist ein Wohnhaus in Görlitz, Sachsen, im Osten Deutschlands, nur wenige Gehminuten von der historischen Altstadt entfernt.
Laut Experten war das Leitungssystem über Jahrzehnte nicht vollständig modernisiert worden. Nun wird geprüft, ob Wartungslücken oder Bauarbeiten in der Nähe das Leck verursacht haben. Für die Familien der Vermissten zählt indes nur eines: dass die Suchtrupps bald eine gute Nachricht aus den Trümmern bergen.