Vom Albtraum zum Alltag?

Mitten in der Hochsaison der Kreuzfahrten trifft die Branche ein doppelter Tiefschlag: Kaum waren die Bilder der dramatischen Hantavirus-Evakuierungen vom Expeditionsschiff „MV Hondius“ aus den Fernsehnachrichten verschwunden, meldet sich schon der nächste Krankheitsalarm. Wieder halten Tausende Reisende den Atem an, wieder taucht das Wort „Quarantäne“ in Urlauberforen auf.
Dabei sah es für die Reedereien kurz zuvor noch nach Entspannung aus. Hygienekonzepte wurden gelobt, Impfungen beworben, das Vertrauen der Kundschaft wuchs. Doch das „neue Normal“ auf See scheint fragiler denn je – und genau das schürt die Angst, dass sich die Schiffsreise vom Traumurlaub zur gesundheitlichen Zitterpartie entwickelt.
Die rätselhafte Rückkehr des Magen-Darm-Albtraums

Fast unbemerkt lief die „Caribbean Princess“ am 28. April aus Fort Lauderdale aus. Ziel war eine 13-Nächte-Tour in die Südkaribik – doch knapp eine Woche später registrierte das Bordhospital plötzlich eine Häufung von Erbrechen, Durchfall und Krämpfen. Das medizinische Team zog die Reißleine, riegelte Kabinen ab, verteilte Desinfektionstücher.
Was folgte, kennt die Branche nur zu gut: Buffet-Service gestoppt, extra Reinigungsrunden und der eindringliche Appell an Passagiere, alles zu melden, „was nach Seekrankheit aussieht“. Noch wusste niemand sicher, welcher Erreger sich da an Bord breitmacht – die Erinnerung an das tödliche Hantavirus auf einem anderen Schiff lag allzu frisch.
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